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Resilienz stärken

Nov 10, 2020 | Persönlichkeit & Entwicklung

Auch in Krisen stabil und gelassen bleiben

Gerade in Corona-Zeiten wird viel darüber geredet, wie wichtig es sei, die eigene Resilienz zu stärken. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Resilienz? Was zeichnet resiliente Menschen aus? Und wie kann man Resilienz erwerben? Fragen über Fragen, die ich hier beantworten werde.

Was ist Resilienz?

Unter dem Begriff Resilienz versteht man die Fähigkeit einer Person, schwierige Situationen zu überstehen, ohne seelischen Schaden davon zu tragen. Psychische Stabilität, die selbst in Krisensituationen aufrechterhalten werden kann oder sich schnell wiederherstellen lässt. Und zwar mit Hilfe vorhandener, persönlicher und sozial vermittelter Ressourcen, die im Laufe des bisherigen Lebens erlernt wurden.

Resilienz bezeichnet also die psychische Widerstandskraft gegenüber äußeren Belastungen.

Wie entsteht Resilienz?

In der Kindheit durch:

  • zuverlässige Bezugspersonen
  • emotional offene Erziehung
  • menschliche Unterstützung
  • positive Vorbilder
  • angemessene Leistungsanforderungen
  • angemessene Grenzen

Als Erwachsener durch:

  • gesundes Selbstwertgefühl
  • aktive Bewältigungsstrategien
  • Selbststeuerung
  • soziale Kompetenzen
  • Distanzierung, Abgrenzung
  • Kommunikationsvermögen
  • vorausschauendes Handeln
  • realistische Zukunftsplanung
  • Humor
  • Erkennen von Lebenszusammenhängen

Woran erkenne ich resiliente Menschen?

Resiliente Menschen sind sich ihrer inneren Kraft bzw. eigenen Stärken bewusst und bleiben, selbst in stürmischen Zeiten, standhaft. Sie meistern ihr Leben aus eigenem Antrieb. Suchen nach Lösungen und vertrauen auf einen positiven Ausgang. Sie verharren nicht in der Opferrolle oder suchen nach Schuldigen.

Beruflich sind sie erfolgreicher, emotional gefestigter und auf körperlicher und psychischer Ebene fitter. Sie können mit Veränderungen oder Belastungen besser umgehen und rutschen nicht so schnell in einen Burnout.

Resiliente Menschen verlieren auch mal den Boden unter den Füßen und fallen, aber der Unterschied ist, dass sie immer wieder aufstehen. Es hält sie nichts davon ab, weiterzumachen. Deshalb werden sie auch als „Stehaufmenschen“ bezeichnet.

Warum ist Resilienz wichtig?

Unsere täglichen Anforderungen in den verschiedensten Lebensbereichen werden immer komplexer. Wir befinden uns in einem stetigen Veränderungsprozess, werden mit Informationen überflutet, müssen flexibel, ständig erreichbar und multitaskingfähig sein. Das kostet Kraft und löst Druck aus. Der von uns erlebte Stress wächst. Und da ist es wichtig „ruhig Blut“ zu bewahren und die Balance zwischen Herausforderung und Überforderung zu halten.

Resilienz schützt uns zudem vor Krankheiten, die durch Stress entstehen.

Wie kann ich die Resilienz erhöhen und meine Work-Life-Balance erhalten?

Durch gezieltes Training besteht die Möglichkeit, die psychische Widerstandskraft, selbst im Erwachsenenalter zu erhöhen. Und zwar, in dem Sie Ihr Selbstvertrauen und Ihre persönlichen Resilienzfaktoren, auf die ich im Folgenden eingehen werde, stärken.

Was sind die 7 Säulen der Resilienz?

Dabei handelt es sich um persönliche Faktoren, die Ihnen im Umgang mit den eigenen Stressauslösern helfen, gelassener und entspannter zu bleiben. Und zwar durch:

  1. Akzeptanz: Nehmen Sie Situationen, die passiert sind und nicht mehr zu ändern sind, an. Stecken Sie keine Energie in Dinge, die nicht oder nicht mehr verändert werden können, sondern nutzen Sie diese Energie für die Lösungsfindung.
  2. Optimismus: Vertrauen Sie darauf, dass die Dinge sich positiv entwickeln und Sie die Situation gut überstehen werden. Machen Sie sich bewusst, dass Sie durch Ihr Handeln, das Geschehene beeinflussen bzw. lenken können. Vielleicht hilft es Ihnen auch eine neue Perspektive einzunehmen, um neue Chancen zu entdecken. Bedenken Sie, dass Krisen immer zeitlich begrenzt sind und vorüber gehen. Auch wenn die Situation anfangs hoffnungslos erscheint.
  3. Selbstwirksamkeit: Haben Sie Vertrauen in Ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten. Sehen Sie das Problem als eine Art Herausforderung, an der Sie wachsen werden.
  4. Verantwortung: Übernehmen Sie Verantwortung für das eigene Leben und Handeln. Machen Sie sich nicht zum Opfer äußerer Umstände.
  5. Netzwerkorientierung: Pflegen Sie Ihre Kontakte und bauen Sie ein stabiles Netzwerk auf, auf dass Sie in Krisenzeiten zurückgreifen können. Holen Sie sich Unterstützung und nehmen Sie Hilfe an. Lernen Sie auch aus den Fehlern und Erfahrungen anderer.
  6. Lösungsorientierung: Richten Sie Ihren Fokus auf die Lösung und nicht auf das Problem. Erwarten Sie nicht von sich, direkt eine Lösung parat zu haben.  Geben Sie sich Zeit und Raum, um eine adäquate Lösung zu entwickeln.
  7. Zukunftsorientierung: Nehmen Sie Chancen in Ihrem Leben wahr und nutzen Sie diese. Folgen Sie Ihrer Lebensvision. Machen Sie Pläne und setzen Sie Ziele, die Sie dann realisieren.

Dieser Prozess benötigt Zeit, da er mit einer Veränderung der inneren Haltung einhergeht, die es uns wiederum ermöglicht, neue Impulse im Außen zu setzen. Also dranbleiben, es lohnt sich!

Resilienz als Prävention

Nutzen Sie kleine alltägliche Probleme und Herausforderungen, um sich auf künftige Krisen vorzubereiten. Erweitern Sie dabei Ihr bisheriges Stressbewältigungskonzept und bauen Sie Ihre Fähigkeiten und Ressourcen aus. Üben Sie und erhöhen Sie so Ihr Selbstvertrauen, Ihren Erfahrungsschatz und Ihre mentale Stärke. Damit Sie es abrufen können, wenn Sie es brauchen!

Für weniger Stressempfinden und mehr Gelassenheit!